stadtmatrosin

ich bin in mondlosschwarzer nacht erwacht
ein sturm hat mich hinaus aufs weite meer gebracht
ich spüre wie die wogen brausend schäumen
und höre tief im wasser wie die fische träumen
der regen schlägt in wellen an die scheiben
ich möchte immer nur matrosin bleiben
sanft gewiegt von einem ungestümen meer
tanzt das kanu meiner träume leise hin und her
kein ruder und kein segel braucht mein kahn

ich komme immer ganz von selbst zu hause an
reibe mir die augen, blinzle scheu ins licht
hier ist kein meer und auch matrosin bin ich nicht
das wilde wüten dieses sturmes ist verflogen
blasses blau hat sich über das land gebogen
ein neuer tag in einer neuen stadt am fluss
ich werfe in das wellengrau matrosins kuss.